Sicherlich werden sich einige Besucher dieser Seite fragen:"Was ist eigentlich Eisstockschießen?". Wenn es diese Seite hier nicht gäbe, würde vielleicht manch einer ein Lexikon aufschlagen und darin eine Erklärung finden, die wie die folgende klingt:
"Eisschießen:
alte Wintersportart mit dem Eisstock; Wettbewerbe im Eisstockschießen: Beim Moarschaft (oder -schießen) starten zwei Mannschaften (sog. "Moarschaften", je vier Spieler) gegeneinander mit dem Bestreben, die Eisstöcke in Bestlage zu der im Zielfeld auf dem Daubenkreuz befindlichen Daube (rundes Zielobjekt aus Gummi, 12 cm Durchmesser, 4,5 cm hoch) zu bringen. "
???
Nicht sehr lang, nicht sehr verständlich. Deswegen hier eine Erklärung für alle, die es etwas genauer wissen wollen:
Beim Eisstockschießen unterscheidet man zwischen Moarschaft, Ziel-, und Weitschießen. Da es aber auf dieser Seite (fast) ausschließlich ums Mannschaftsspiel geht, werde ich hier auch nur darauf eingehen.
Beim Eisstockschießen geht es im Grunde darum mit seinem
Eisstock näher an die
Daube heranzukommen als ein gegnerischer Stock. Die Daube liegt dabei in der Mitte des etwa 30 Meter entfernten Zielfeldes. Man selbst steht auf dem Standeisen, einer Standvorrichtung, die die Standfestigkeit des Schützen erhöht. Jeder Spieler einer Moarschaft schießt einen Stock.
Eine Moarschaft, benannt nach dem Kapitän, dem "Moar" (von major, dem Besseren), besteht aus vier Personen, die bei Wettbewerben, die in Turnierform ausgetragen werden, gegen andere Moarschaften antreten. Hierbei kann man unterscheiden zwischen Turnieren für Damen-, Herren-, und Mixedmoarschaften (zwei Damen + zwei Herren). Die meisten ausgetragenen Turniere sind Freundschaftsturniere, oft mit Tradition. Es gibt aber auch Verbandsturniere, die regelmäßig vom zuständigen Verband ausgetragen werden. Hier geht es dann unter anderem um die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft oder um den Aufstieg in eine höhere Liga, vielleicht sogar in die Bundesliga.
An einem Turnier können je nach Hallengröße eine begrenzte Anzahl an Moarschaften teilnehmen, meistens sind es bis zu 15, manchmal auch mehr. Nehmen nur sechs oder weniger Moarschaften teil, wird eine Doppelrunde mit Hin- und Rückrunde gespielt. Ein Spiel geht über sechs "Kehren", d.h auf der Bahn wird dreimal rauf und dreimal runter gespielt. Jeder Spieler schießt einmal pro Kehre, pro Spiel also sechs Mal. Eine Moarschaft beginnt und schießt einen Stock ins Zielfeld, die andere Maorschaft legt, sofern der gegnerische Stock im Feld zum Stehen gekommen ist, nach. War der Stock des Gegners zu langsam oder zu schnell, befindet er sich also außerhalb des 6*3 Meter großen Feldes, wird noch nicht gewechselt und die anschießende Mannschaft ist noch einmal an der Reihe. Sobald nun ein Stock im Feld steht und die andere Moarschaft nachgelegt hat, kommt es darauf an wessen Stock näher an der Daube ist. Von nun an, schießt immer die Moarschaft, die nicht zählt, das heißt die, die im Moment keine Punkte bekommen würde und zwar solange, bis sie zählt oder keinen Stock mehr hat.
Zu kompliziert? Hier ein Beispiel:
Mannschaft A beginnt und schießt den Stock genau vor die Daube.
Mannschaft B legt nach, Spieler 1 will den Stock des Gegners rausschießen, trifft aber nicht und rutscht aus dem Feld heraus. Spieler 2 versucht das Gleiche und es gelingt, der Stock des Gegners verlässt das Feld und er selber bleibt nahe der Daube stehen. Mannschaft A ist wieder an der Reihe.
Sind alle acht Stöcke geschossen wird gezählt. Der Stock der am nächsten an der Daube liegt zählt drei Punkte. Hat die gleiche Moarschaft auch noch den zweiten, dritten oder vierten Stock näher an der Daube als der erste Stock der Gegner, gibt es jeweils weitere zwei Punkte. Pro Kehre also max. 9, pro Spiel also 6x9 =54 Punkte. Für einen Sieg bekommt die Mannschaft dann 2:0 , für ein Unentschieden 1:1 und für eine Niederlage 0:2 Punkte. Nach dem jede Mannschaft gegen jede gespielt hat, wird anhand der Punkte der Sieger ermittelt. Haben zwei Mannschaften die gleiche Anzahl an Punkten, entscheidet der Stockquotient. Hierbei werden die erzielten Stockpunkte (ähnlich wie bei anderen Sportarten die erzielten Tore) durch die "Gegenstockpunkte" geteilt.
Beispiel:
Mannschaft 1 gewinnt das 1. Spiel 32:0, das 2.Spiel 12:11 und verliert das 3.Spiel 6:25. Sie hat nun 4:2 Punkte, 50:36 Stockpunkte und einen Stockquotienten von 1,388.
Das alles hört sich jetzt vielleicht sehr komplex und schwer an, ist es aber in Wirklichkeit nicht. Vom Spielprinzip her ähnelt es sehr dem Boule- oder Bocciaspiel.
Das Einfachste ist, Sie kommen einfach Mal beim Training vorbei und erleben selbst die Welt des Eisstocksports.